Auf Martina's Schaubauernhof haben vor allem
vom Aussterben bedrohte Haustierrassen ein Zuhause gefunden. Neben den üblichen Bauernhof-Tieren wie Kühe, Schweine, Schafe, Ziegen und Hennen lassen sich auch noch ganz besondere Vierbeiner bewundern: die Alpaca Stute "Prinzessin", der schwarze Esel "Prinz" oder die beiden weißen Esel "Kaiserin Elisabeth" und "Kaiser Franz-Josef" mit ihren zwei Fohlen. Weiters gibt es Dammwild, Gänse, Enten, Hühner und einen Pfau. Natürlich dürfen auch Katzen, Hasen, Frettchen, usw. nicht fehlen. Star ist zur Zeit die Wildsau Susi, die vom Film kommt und immer wieder verliehen wird.
Alle frei laufenden Tiere teilen sich zwei große gemeinsame Gehege und können daher wie in einem Tierpark beobachtet werden, allerdings ohne dass Sie dafür Eintritt bezahlen oder sich an bestimmte Öffnungszeiten halten müssten.
Die meisten Tiere sind sehr zutraulich und lassen sich streicheln. Manchmal laufen auch einige frei herum. Kinder können auf den Eseln reiten. Wer gar nicht genug bekommen kann, der kann die Esel sogar für eine gemeinsame Wanderung ausleihen.
Chefin Martina hat sich hier einen Kindheitstraum erfüllt und eine kleine Arche Noah geschaffen.
Sehen Sie sich doch die Fotos und Beschreibungen von unseren Tieren an, die bei uns alle einen Namen haben:
Hast Du gewusst…
... dass nicht nur viele Wildtiere auf der „Roten Liste“ stehen, sondern leider auch zahlreiche landwirtschaftliche Nutztiere direkt vor unserer Haustüre? Natürlich sind nicht die Kuh, das Schaf oder das Huhn bedroht. Bedroht sind einzelne Rassen! Allein in Österreich sind über 20 Nutztierrassen gefährdet und damit auch ihre wertvollen Eigenschaften, wie z.B.: Leichtfüttrigkeit, Langlebigkeit, Robustheit, Resistenz gegen diverse Krankheiten etc.
Weitere Merkmale alter Haustierrassen sind ausgezeichnete Produktqualität, wie feinfasriges Fleisch und spezielles Fettsäuremuster, sowie ihre Anpassung an bestimmte Regionen und Kulturlandschaften.
Warum alte Haustierrassen?
Die moderne Hochleistungszucht, sowie kurzsichtiges wirtschaftliches Denken sind mit ihrer einseitigen Ausrichtung auf Qualität auf Grenzen gestoßen, die sich auf die Tiere sehr negativ auswirken: Unfruchtbarkeit, Schwierigkeiten bei der Geburt oder extreme Stressanfälligkeit sind nur einige Folgen. - Demgegenüber stehen scheinbar unwirtschaftlich gewordene Haustierrassen, die langsam auszusterben drohen. Diese bodenständigen und wider-standsfähigen Rassen, prägten noch bis vor wenigen Jahrzehnten das Bild auf den heimischen Bauernhöfen. Genügsame, robuste und alte Rassen, welche zumeist einer jahrhundertelangen „Entwicklungsarbeit“ unterworfen waren, haben sich ihrer natürlichen Umgebung und Lebensraum perfekt angepasst.
Sie geben zwar weniger Fleisch oder Milch und erreichen bei weitem nicht das Gewicht der Hochleistungstiere. Dafür sind die Produkte aber fast unübertrefflich, weil man den Tieren die Zeit gibt, ihre Qualitäten in Ruhe zu entwickeln. In einer Zeit der landwirtschaftlichen Überproduktion ist es aus unserer Sicht nicht mehr notwendig, nur auf die Menge zu schauen.
Im Gegenteil, es wird immer wichtiger, Marktnischen zu finden und Qualität zu produzieren. Hier bieten sich alte Haustierrassen, sozusagen die „Allrounder unter den Nutztieren“, geradezu an.
Und wenn sich Österreich als „Feinkostladen Europas“ deklariert, warum sollte man dann nicht zu den bodenständigen landwirtschaftlichen Nutztieren stehen, die schließlich auch einen Teil unserer Identität ausmachen! Überdies können sich die Wünsche des Konsumenten rasch ändern, wofür es genug Beispiele gibt. So war z.B. das „Fettschwein“ nach dem zweiten Weltkrieg durch den wachsenden Wohlstand nicht mehr gefragt, an seine Stelle trat das intensiv gemästete, fleischwüchsige und magere Bratenschwein. Eine umgekehrte Entwicklung ist jedoch nicht auszuschließen, weil z.B. Fett als wichtiger Geschmacksträger erkannt wurde. Schon „vergessene“ Kulturrassen können plötzlich wieder besonders begehrt sein.
Alte Haustierrassen sind nicht nur eine Bereicherung für die zukünftige Landwirtschaft,
sie sind auch ein altes, kostbares, schützenswertes Kulturgut.
Bei uns kann man eine Vielfalt dieser besonderen Haustierrassen hautnah erleben !
Was ist der „VEGH“ ?
Der „VEGH - Verein zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen“ kämpft für jedes einzelne dieser Tiere. Bei vielen Rassen ist es heute schon „5 vor 12“ !
Die Vereinheitlichung unserer landwirtschaftlichen Nutztiere schreitet scheinbar unaufhaltsam voran. Blinder Fortschrittsglaube, der sich immer an mehr Leistung orientiert, hat dazu geführt, dass von der ursprünglichen Rassenvielfalt fast nichts mehr übrig ist. Damit geht kostbares Erbgut unwiederbringlich verloren. Da dieser Prozess sehr schleichend verläuft und seine Folgen noch gar nicht richtig abzuschätzen sind, ist rasches Handeln dringend gefragt. Während sich die ständige Produktionssteigerung in der Viehzucht auf Kosten der Tiere längst als Trugschluss erwiesen hat und die Bevölkerung sich berechtigte Sorgen über den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft macht, gehen wir einen natürlichen Weg.
Was kann der VEGH tun?
Der VEGH versucht in erster Linie, alte Haustierrassen aufzufinden und diese Rassenvielfalt in Lebend-Bestände zu erhalten. Seit der Vereinsgründung im Jahre 1986 ist noch keine Rasse in Österreich ausgestorben! Weiteres bemüht er sich, laufend neue Züchter zu finden, Ihnen Zuchttiere zu vermitteln und bestmögliche Zuchtgruppen zusammenzustellen.
Als Öffentlichkeits- und Medienarbeit werden Fachvorträge, Tierschauen und Ausstellungen organisiert, um Interessenten über ihre Arbeit zu informieren.
Auf „Arche-Höfen“ kann man diese „Schützlinge“ hautnah erleben!
Was können Sie tun?
Bei diesen kapital- und arbeitsintensiven Anforderungen ist der VEGH sehr auf die finanzielle Zuwendung seiner Mitglieder und Förderer angewiesen.
Wir würden uns freuen, auch Sie in unserer großen und buntgemischten „Familie“ begrüßen zu dürfen! Die nächste Generation wird es Ihnen danken!
Kontakt: VEGH - Stiftung 11 - A-4294 St. Leonhard/Freistadt, e-mail: office@vegh.at
Mobil: 0664/5192286 (Mo. - Fr. von 9 - 10 Uhr),
Ansprechpartner: Andras Maurhart